Sonntag, 23. März 2014

Interview mit Kari Lessir der Autorin von "Wunschträume"


Vor kurzen habe ich mein erstes Interview veröffentlicht, und war ziemlich stolz darauf. Nun habe ich wieder ein Interview geführt und das möchte ich euch nicht vorenthalten.
Die liebe Kari Lessir hat sich bereit erklärt ein paar Fragen zu ihrem neuen Roman "Wunschträume" zu beantworten. Ich bin schon jetzt ein großer Fan von ihr, sie war sogar so lieb und hat mir ein Lesezeichen von "Wunschträume" signiert.
Liebe Kari, danke für alles :-) !!!!





Und nun kommt das Interview :-)



1.    Wann hast du mit dem Schreiben begonnen?
     
 Mit dem Schreiben habe ich ungefähr mit zwölf Jahren begonnen. Damals war ich ein absoluter Karl-May-Fan und habe alle seine Werke verschlungen. Dementsprechend war mein Buch auch ein Indianerroman, für den ich sogar eine eigene Sprache entworfen habe. Es ist nie so richtig fertig geworden, hat aber rund neunzig handgeschriebene Seiten und umfasst drei aneinandergeklebte Schulhefte. Ich schätze, heute würde man so etwas „Fanfiction“ nennen. Erzählt habe ich von diesen Ambitionen damals niemandem. Es war mir viel zu peinlich, dass ich mir Geschichten ausdachte und sie auch noch aufschrieb!
Dabei habe ich schon immer Geschichten gesponnen, sie eben nur nicht zu Papier gebracht. Schon als kleines Kind habe ich abends im Bett meine Geschwister mit meinen Fantasiewelten unterhalten und meine Eltern genervt, weil „wir“ so lange erzählten. Dabei war nur ich es, deren Stimme zu hören war …

2.    Wie kam dir die Idee zu „Wunschträume“?
      
Die Idee zu meinem jüngsten Buch kam mir im Sommerurlaub 2009. Wie immer war ich mit meinem Sohn an der Nordsee. Während er bei der Ernte mithalf, hatte ich Zeit, mich in meine Fantasiewelten zu versenken und entdeckte dort eine junge Frau, die keine Lust mehr hatte, Single zu sein. Und da sie bei Männern immer in das berühmte Klo gegriffen hatte, versuchte sie es nun mit einem Wunschritual. Mehr wusste ich damals noch nicht, da sich Geschichten bei mir immer erst während des Schreibens entwickeln. Ich habe eine Ausgangsidee und schaue dann, wo mich das hinführt. Sehr effektiv ist diese Form des Arbeitens nicht, da man hinterher viel umstellen muss, aber es ist die einzige Art, einen Roman zu schreiben, die mir liegt. Das strukturierte Vorgehen anhand eines bereits existierenden Exposés ist nicht mein Ding. Ich habe es mehrfach ausprobiert, aber meine Ideen stocken dann immer.

3.    Das Cover von „Wunschträume“ ist einfach wunderschön, hast du es selbst entworfen?

Nein, das Cover hat Casandra Krammer (www.casandrakrammer.com) entworfen und gestaltet. Dafür habe ich kein Händchen. Ich hatte mir Cassy ausgesucht, weil mir ihre Buchcover gefallen und ich der Meinung war, dass ihr Stil perfekt zu meiner Geschichte passt. Was ich bislang so an Rückmeldungen erhalten habe, scheint das tatsächlich funktioniert zu haben.

4.    Schreibst du derzeit an einem neuen Buch?

 Im Augenblick habe ich zwei Manuskripte parallel in Arbeit, was eben an meiner „langsamen“ Arbeitsweise liegt. Ich schreibe gerade die Fortsetzung von „Wunschträume“, denn die Geschichte ist nicht zu Ende erzählt. Wer das Buch bereits gelesen hat, weiß, dass Crissy zwar ihren Wunschpartner findet, aber ob die beiden wirklich eine gemeinsame Zukunft haben, bleibt vollkommen offen. Dieser Frage gehe ich gerade nach, und sie ist auch für mich nicht endgültig entschieden ... Als zweites Manuskript befindet sich gerade ein Jungendthriller für Jungs ab zwölf Jahren in der Reifephase, die ich immer nach dem Schreiben der Erstversion eines Manuskripts einlege, um Abstand für die Bearbeitung zu gewinnen. Warum ich nun gerade einen Jugendthriller angehe? Mein Sohn ist dreizehn und liest sehr gerne Thriller …

5.    Welche Bücher hast du noch geschrieben? Hast du ein Lieblingsbuch?

Vor „Wunschträume“ habe ich zwei weitere Bücher veröffentlicht: „Aus dem Blick“, mein Erstlingswerk aus dem Jahr 2008, in dem ich wissen wollte, ob man sich als sehende Frau in einen blinden Mann verlieben kann. Das Ergebnis ist eine romantische Liebesgeschichte, die, wie bislang all meine Bücher, in Wiesbaden spielt. Das Buch habe ich übrigens für Blinde und Sehbehinderte als Hörbuch eingelesen und gemeinsam mit einem blinden Geschäftspartner vertrieben. Witzigerweise fanden gerade Blinde und Sehbehinderte das Buch klasse, weil sie sagten, ja, genau so ist unser Leben. Viele haben Taschenbücher gekauft, um sie ihren sehenden Freunden und Angehörigen zu schenken. Das hat mich sehr berührt.
Mein zweites Buch habe ich letztes Jahr unter einem anderen Namen veröffentlicht. Es ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, Erzählungen und Märchen mit dem Titel „Taxi zum Himmel“.
Du fragst auch noch nach meinem Lieblingsbuch. Ich muss gestehen, dass ich zwei habe, die ich gleichermaßen schätze: „Nachtlilien“ von Siri Lindberg – da warte ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung, die jetzt irgendwann in 2014 erscheinen soll – und „Der Kuss des Kjer“ von Lynn Raven. Ich frage mich jetzt gerade selbst, wie es kommt, dass ich „realistische“ Bücher schreibe und meine Lieblingstitel aus dem Fantasygenre stammen. Keine Ahnung – vielleicht will ich da noch hineinwachsen.

6.    Verrätst du mir ein Lieblingszitat aus einem deiner Bücher?

„Als ich vor der Tür stand, spürte ich noch immer seine Berührung. Sie hatte sich in meine Haut gebrannt. Ich musste meine Hände waschen, damit sie wieder mir gehörten.“
Das Zitat stammt aus „Taxi zum Himmel“, und zwar aus der gleichnamigen Geschichte, in der ich schaue, wie ein hochsensibler Mensch mit seiner Umwelt klarkommt.

7.    Was verbindet dich mit deinen Büchern?

Mir wird es nicht anders gehen als anderen Autoren: Meine Bücher sind meine Babys. Sie haben mich jahrelang begleitet, in denen ich mich in die Lebenswelt der Protagonisten versenkt und beobachtet habe, was sie tun und wie es ihnen geht. Ich bin gewissermaßen der Berichterstatter aus einem Paralleluniversum in meinem Kopf. Insofern bin ich mit den Figuren immer sehr eng verbunden, und wenn ein Roman zu Ende geschrieben ist, muss ich mich von einem Teil von mir selbst verabschieden. Dafür brauche ich immer erst mal eine gewisse Zeit, in der ich nichts Kreatives mache, sondern all die ungeliebten Büroarbeiten, die ich bis dahin ignoriert habe.

8.    Gibt es einen Ort, an dem du dich zum Schreiben zurückziehst?

 Einen physischen Ort gibt es nicht wirklich. Ich schreibe dort, wo ich Ruhe habe und mich mit leiser Musik vollkommen von der Realität abschotten kann. Mein Rückzugsort ist also in mir selbst, da ich mitten in der Stadt lebe, wo immer irgendwie Krach und Hektik herrschen. Die beste Schreibmusik ist für mich „In the Midst of Angels“ von Dan Gibson. Wenn ich die mit Kopfhörern auf den Ohren habe, bleibt meine Umgebung vollkommen außen vor. Dann lebe ich in der Welt meiner Figuren.

            
            Liebe Jacqueline, vielen Dank für das Interview!

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